Der Hund

Ein so hoch entwickeltes soziales Lebewesen wie es der Hund ist, verfügt über eine besondere Fähigkeit: Er kann sich den Lebensgewohnheiten des Menschen anpassen und mit ihm echte soziale Beziehungen aufbauen.

Wir Menschen jedoch fordern von unseren Hunden oft Verhaltensweisen, die den psychischen und sozialen Bedürfnissen des Hundes nicht gerecht werden. In den meisten Fällen widersprechen sie den sozialen Umgangsformen des Hundes sogar.

Wer seinen Hund nur über „ja“ oder „nein“, über Zuckerbrot und Peitsche dressiert, stellt die Lernfähigkeit des Hundes auf das Niveau eines Regenwurmes. Regenwürmer konnten in Laborversuchen mit Hilfe von elektrischen Strafreizen so dressiert werden, dass sie Ausweichmöglichkeiten suchten und lernten, in eine dunkle Kammer zu kriechen.

Ein Hund jedoch muss im Umgang mit dem Menschen Verhaltensweisen erlernen, die nicht in seinem genetischen Programm fixiert sind, wie z. B.

  • langsam zu laufen, wenn er schnell laufen möchte
  • alleine zu Hause zu bleiben, wenn er doch gerne mit möchte
  • liegen zu bleiben, wenn ein anderer Hund in Sichtweite zu sehen ist

und vieles mehr.

Auf der anderen Seite darf der Hund genetisch fixierte Verhaltensweisen, wie z.B. jagen, hetzen, Beute töten, im Allgemeinen nicht ausüben.

Damit der Hund Verhaltensweisen erlernt, auf die wir im Zusammenleben mit ihm nicht verzichten können und dürfen, müssen wir einfühlsam die Verhaltensweisen des Hundes beobachten und interpretieren, um den Hund dann einfühlsam in die von uns Menschen gewünschten Bahnen lenken zu können.