Der Hund

Ein so hoch entwickeltes soziales Lebewesen wie es der Hund ist, verfügt über

eine besondere Fähigkeit: Er kann sich den Lebensgewohnheiten des Menschen

anpassen und mit ihm echte soziale Beziehungen aufbauen.

Wir Menschen jedoch fordern von unseren Hunden oft Verhaltensweisen, die

den psychischen und sozialen Bedürfnissen des Hundes nicht gerecht werden. In

den meisten Fällen widersprechen sie den sozialen Umgangsformen des Hundes

sogar.

Wer seinen Hund nur über „ja“ oder „nein“, über Zuckerbrot und Peitsche

dressiert, stellt die Lernfähigkeit des Hundes auf das Niveau eines Regenwurmes.

Regenwürmer konnten in Laborversuchen mit Hilfe von elektrischen Strafreizen so

dressiert werden, dass sie Ausweichmöglichkeiten suchten und lernten, in eine

dunkle Kammer zu kriechen.

Ein Hund als ein hochentwickeltes soziales Lebewesen, sollte nicht wie ein

Regenwurm dressiert werden, auch wenn er im Umgang mit dem Menschen

Verhaltensweisen erlernen muss, die nicht in seinem genetischen Programm fixiert

sind, wie z. B.

1 langsam zu laufen, wenn er schnell laufen möchte

2 alleine zu Hause zu bleiben, wenn er doch gerne mit möchte

3 liegen zu bleiben, wenn ein anderer Hund in Sichtweite zu sehen ist

und vieles mehr.

Auf der anderen Seite darf der Hund genetisch fixierte Verhaltensweisen, wie

z.B. jagen, hetzen, Beute töten, im Allgemeinen nicht ausüben.

Damit der Hund Verhaltensweisen erlernt, für die er keine bzw. zu viel Motivation

hat, sind wir Menschen gefordert. Wir Menschen müssen sehr genau die

Verhaltensweisen eines Hundes beobachten und interpretieren, um ihn dann

einfühlsam zu fördern und in die von uns Menschen gewünschten Bahnen zu

lenken.

Gudrun Feltmann