Praxisseminar: Kein Hund zieht ohne Grund
Kein Hund würde an der Leine ziehen, wenn wir Menschen ihm dies nicht schon im Welpenalter beigebracht hätten. Dass ein Hund lernen muss, an der Leine zu gehen, steht außer Frage.
Die Problematik für den Hund liegt jedoch darin, dass er sich in seinem Bewegungswunsch vom Menschen eingeengt fühlt und keine Motivation hat, langsam zu gehen, wenn er schnell laufen will. Noch weniger kann er einsehen, dass er, wenn ein Hund auf der anderen Straßenseite läuft, diesen nicht grüßen darf oder ihm mitteilen kann, dass er ein „starker“ Hund ist. Bei vielen Hunden bricht die Welt zusammen, wenn sie über die Leine festgehalten werden und weder Autos, Radfahrer, Jogger noch Hasen, Rehe oder auch nur Nachbars Katze jagen dürfen.
In diesem Seminar wird auf die entsprechenden Probleme in Theorie und Praxis individuell eingegangen. Es werden Wege gezeigt, wie der Hundebesitzer seinen Hund davon abhalten kann, zu ziehen und in die Leine zu springen.
Dabei gilt: „Nicht die Gewalt erzieht den Hund, sondern das soziale Zusammenspiel zwischen Hund und Mensch.“
Die Aufgabe liegt in der Hand des Menschen. Er muss das Zusammenspiel fein auf seinen Hund abstimmen, damit dieser in diesen schwierigen Situationen lernen kann seinen Menschen zu verstehen. Darin liegt die Kunst im Umgang mit dem Hund.
Von hoher Bedeutung ist es, dass der Hund sein Verhalten nicht aus Angst vor seinem Partner Mensch ändert, sondern aus sozialer Anerkennung und Respekt vor seinem Freund Mensch.
Die Teilnehmer dieses Kurses brauchen nicht notwendigerweise bereits ziehende oder leinen-aggressive Hunde. Es hat sich bewährt, vorbeugende Maßnahmen zu kennen, um das Ziehen gar nicht erst entstehen zu lassen.
Praxisseminar: Der Umgang mit dem Hund aus sozialer Sicht
Ein Hund hat im Zusammenleben mit dem Menschen eine Doppelrolle zu meistern. Einerseits muss er den Umgang mit seinen Artgenossen lernen und andererseits muss er sein Verhalten den Gewohnheiten seines Menschen anpassen und dies auch noch zum richtigen Zeitpunkt. Dies ist keine einfache Leistung. Wir wissen, dass die Stärke des Hundes in seiner Empfindsamkeit liegt, wir wissen aber auch, dass die Stärke des Menschen, wenn er seinen Hund erzieht, in seinem klug eingesetzten Einfühlungsvermögen liegt. Das Zusammenspiel dieser beiden Komponenten, die Empfindsamkeit des Hundes und das Einfühlungsvermögen des Menschen, schließen alle technischen und negativen körperlichen Maßnahmen aus, die in der
Erziehung zu Missverständnissen zwischen Mensch und Hund führen.
In diesem Vortrag werden Wege im Umgang mit dem Hund gezeigt, die auf das Verhalten des Hundes abgestimmt sind und somit das Verständnis des Menschen für den Hund vertiefen. und damit helfen, Missverständnisse zwischen Mensch und Hund zu vermeiden.
Die Frage, ob und in wieweit der Mensch das genetisch fixierte Verhalten eines Hundes beeinflussen kann, wird untersucht und Möglichkeiten aufgezeigt, die dem Menschen die Kommunikation mit dem Hund erleichtern.
Es werden Kommunikationsmöglichkeiten gezeigt, die der Hund schon im Welpenalter versteht, die auf das Verhalten des Hundes abgestimmt sind und gewünschtes Verhalten steuern helfen. Damit wird der Grundstein für den „Beruf“ des Hundes, sei es als Familienhund, begleitender Assistenzhund, Rettungshund, Jagdhund, Hütehund usw. gelegt.
Eine fein auf einander abgestimmte und harmonische Lebensgemeinschaft zwischen zwei sehr unterschiedlichen Partnern ist der Lohn für den Menschen und den Hund. |